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„Man darf sich eben selbst nicht so wichtig nehmen,“ so lautete das Fazit von Dr. Heinrich J. Klein, das er am Ende seines Berufslebens gezogen hat – und kurz vor seinem 80. Geburtstag hatte sich an dieser Einsicht nichts geändert. Angesichts seiner beruflichen Leistungen war diese Einschätzung bemerkenswert bescheiden: Von Januar 1974 bis Oktober 1988 war er Mitglied des Vorstands, davon fünf Jahre lang der erste Vorstandssprecher von SCHOTT. Durch sein Engagement wandelte sich der Spezialglashersteller vom produktions- zum marktorientierten Unternehmen mit internationaler Ausrichtung und erhielt dafür 1984 den Deutschen Marketing-Preis. Im gleichen Jahr wurde Dr. Heinrich J. Klein erster Präsident des Bundesverbands Glas. Darüber hinaus war er lange Präsidiumsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Dr. Klein hat für seine Tätigkeit viel Anerkennung erhalten, so u.a. das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und in Frankreich den Orden „Chevalier de L’Ordre National du Mérite“. Darüber hinaus ist er Ehrenbürger des US-Bundesstaates Connecticut. Dr. Heinrich J. Klein bezeichnete sich selbst als realistischen Optimisten. In der Tätigkeit bei SCHOTT sah er vor allem die Chance, im unternehmerischen Sinne zu gestalten. Eine kreative Dimension, die sich auch in seinem Privatleben widerspiegelte. Der Ruhestand bedeutet für ihn viel Zeit für die Familie und die darstellende Kunst – aber auch für sein starkes soziales Engagement, das durch die nun seit mehr als 10 Jahren bestehende Heinrich J. Klein Stiftung unter Beweis gestellt wird. Der Anfang, die Initialzündung für diese Stiftung liegt in der Studienzeit Kleins, in der er – getragen von eben jenem realistischen Optimismus - trotz der Schwierigkeiten der Nachkriegszeit, ein Studium in Amerika aufnehmen wollte. „Das Visum für Amerika musste man damals beim Travel Office in Berlin beantragen“, erinnert sich Klein. „Für uns Deutsche gab es 1951 noch keine Pässe. Um die begehrte Genehmigung zu erhalten, war es notwendig, zwei Bürgen zu finden und zu benennen.“ Diese fand Heinrich J. Klein in zwei amerikanischen Staatsbürgern, ohne deren Unterstützung sein Studium im Ausland wohl Wunschdenken geblieben wäre. Der Aufenthalt in Amerika legte den Grundstein für sein unternehmerisches
Handeln und sein soziales Engagement. „Er hat meine kosmopolitische
Einstellung und das Bewusstsein gefördert, dass erfolgreiches wirtschaftliches
Handeln eines Unternehmens von multinationaler Aktivität ebenso abhängig
ist, wie von der Offenheit für verschiedene Mentalitäten und
Kulturen. Deshalb habe ich mich bei SCHOTT auch so sehr für die Internationalisierung
eingesetzt.“ Dr. Heinrich J. Klein starb im Alter von 84 Jahren am 24. Februar 2008. Seine Ehefrau und Mitstifterin, Frau Dr. Liesel Klein, führt die Stiftung auch im Sinne ihres Mannes fort. |
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